LAGE

Das neue Trauerhaus liegt im Norden des Vilsbiburger Friedhofes, eingebettet im Grün der dahinter liegenden Baumgruppen. Die Hauptachse des Friedhofes verbindet die gegenüber liegende Pfarrkirche mit dem Trauerhaus bzw. direkt mit dem Aussegnungsraum. Somit entsteht ein Dialog zwischen Trauerhaus und Pfarrkirche, der durch die Spiegelung der Pfarrkirche in der Glasfassade des Aussegnungsraumes sichtbar wird.

RÄUMLICHES MITEINANDER

Die Erschließungsachse verbindet den Aufbahrungsbereich im Osten mit dem Verabschiedungsraum und dazugehörigem Innenhof und dem Aussegnungsraum im Westen. Der Weg führt über leicht ansteigende Rampen nach oben bis zum Aussegnungsraum. Die besondere und erhabene Situation des Abschiednehmens wird dadurch symbolisiert. Im Untergeschoss sind die notwendigen Funktionsräume, wie WC`s, Vorbereitungs-, Aufenthalts-, und Technikraum.

Der Aufbahrungsbereich besteht aus 4 Aufbahrungsräumen. Die Oberlichter vor der Rückwand der Aufbahrungsräume lassen diese Wand immer im Licht erscheinen, sodass der Trauernde in Blickrichtung zum Verstorbenen mit Helligkeit und indirektem
Der Verabschiedungsraum bildet einen eigenen Baukörper. Es entsteht das Haus im Haus. Das Besinnungs- oder Übergangsoval besteht aus starken Mauerwerks- bzw. Betonwänden, die den Trauernden Halt, Schutz und Geborgenheit geben sollen. Der natürliche Lehmputz zeigt die Erdverbundenheit. Durch die rechteckige Deckenöffnung entsteht eine Sichtverbindung nach oben, eine symbolische Öffnung zum Himmel - Licht ist Hoffnung. Es ist möglich, um den Verabschiedungsraum herum zu gehen. Gehen ermöglicht Sammlung, Meditation, ein In-sichgehen. Großflächige Verglasungen schaffen einen fließenden Übergang zum Innenhof, der von Landschaftsarchitekt Hierl mit einer Magnolie und Gräsern, sowie mit Sitzblöcken aus Sichtbeton zurückhaltend und klar gestaltet wurde. Der Aussegnungsraum steht am höchsten Punkt des Gebäudes und wird durch eine große, zweiflügelige Toranlage in der Glasfassade erschlossen. Die Rückwand, ebenfalls mit Lehm verputzt, trägt ein goldenes Kreuz in sich. Durch das waagrechte Oberlicht steht diese Wand ebenfalls im Licht und lässt das Gold besonders glänzen. Dieses Kreuz, sowie das Kreuz aus Alabasterscheiben im Verabschiedungsraum und das Kreuz in der Glasfassade mit den sandgestrahlten Bibeltexten wurde von den Künstlern Lutzenberger & Lutzenberger gestaltet. MATERIALIEN

Die aufgehenden Wände im Norden bestehen aus Sichtbeton, ebenso das umlaufende Vordach und die Wandscheibe im Osten des Trauerhauses. Das Mauerwerk im Süden, Westen und Osten erhält außen eine Schale aus Sichtziegeln. Um die Horizontale zu betonen wählten wir ein langgestrecktes Format mit nur 5,2 cm Höhe, setzten die Ziegel ohne Fuge direkt aneinander und legten die Lagerfuge mit 1,7 cm fest. Diese waagrechten, braunschwarzen Sichtziegel stellen eine neuzeitliche Verbindung zur Pfarrkirche dar. Als drittes Material ist die Glasfassade der Aussegnung zu nennen.

BAUABLAUF

Die Baumaßnahmen des Trauerhauses begannen im Juli 2009 mit dem Abbruch des bestehenden Leichenhauses. Im November 2009 wurde das Richtfest gefeiert, der Rohbau war errichtet. Die Ausbauarbeiten wurden im Juni 2010 fertig gestellt, sodass am 09.Juli 2010 die Einweihung gefeiert werden kann.

FAKTEN/MASSE/KOSTEN

Das Trauerhaus beinhaltet eine netto Nutzfläche von 387 m2 bei einem brutto Rauminhalt von 1830 m³. Das Gebäude ist 34,33 m lang und mit Vordach 13,96 m breit. Gesamtkosten


NEUBAU: TRAUERHAUS IM FRIEDHOF VILSBIBURG . PLANUNGSZEIT 2008 - 2009 . BAUZEIT: JULI 2009 - JULI 2010

Datenschutz